Manche Bilder plant man nicht.
Man entdeckt sie.
Und oft sind genau das die Aufnahmen, die man später am längsten anschaut:
völlig ungeplante Momente:
Mehr sehen als nur das Offensichtliche
Eine Braut steht vor dem Spiegel.
Eigentlich ein ganz gewöhnlicher Moment.
Doch im Spiegel sieht man plötzlich nicht die Braut selbst, sondern die Mutter im Hintergrund, die sie unbemerkt beobachtet.
Oder die Freundin, die gerade lächelt, im Gespräch mit der Oma.
Oder einen kurzen Blick zwischen zwei Menschen, den sonst niemand bemerkt hätte.
Solche Bilder entstehen nicht durch Planung.
Sie entstehen ausschließlich, wenn man aufmerksam bleibt.
Beobachten statt kontrollieren
Viele dieser Situationen würden verschwinden, sobald man beginnt einzugreifen.
Wenn man Menschen ständig positioniert, Dinge umstellt oder Szenen bewusst arrangiert, dann passiert oft genau das nicht mehr:
das echte Leben.
Aber auch dann, wenn man einzig die Hauptaktion im Auge hat, übersieht man zwangsläufig das Randgeschehen.
Da wir zu zweit arbeiten, sind wir sehr gut darin, gleichzeitig vor und hinter den Kulissen zu dokumentieren.
Es erfordert jedoch eine umsichtige Zusammenarbeit und das instinktive Wissen um das, was der jeweils andere gerade plant.
Ohne einen gewissen Erfahrungsschatz in der gemeinsamen Herangehensweise, kann es allerdings passieren, das sich beide Akteure gleichzeitig(!) auf dem Nebenschauplatz befinden.
Deshalb versuchen wir, uns möglichst frei durch den Tag zu bewegen und versuchen Situationen wahrzunehmen, noch bevor sie geschehen.
Spiegelungen, Fenster, Licht
Manchmal entstehen Bilder nicht direkt vor der Kamera, sondern indirekt.
– in einem Spiegel
– in einer Fensterscheibe
– auf einer Wasseroberfläche
– in glänzenden Flächen oder Gläsern
Vielleicht steht das Brautpaar am Wasser und sichtbar ist nur die Spiegelung.
Vielleicht sieht man jemanden nur über eine Reflexion im Hintergrund und sein Gegenüber ist real
Solche Aufnahmen wirken oft fast ein wenig unwirklich – und genau das macht sie spannend.
Das Leben passiert also auch nebenbei
Hochzeiten bestehen nicht nur aus den „großen“ Momenten.
Oft passiert gleichzeitig etwas völlig anderes:
– ein Kind versteckt sich unter einem Tisch
– jemand beobachtet heimlich die Tanzfläche
– im Hintergrund läuft zufällig etwas wie eine absurde Fernsehszene
– irgendwo entsteht ein kurzer, fast komischer Moment bei einer Verwechslung
Diese Dinge dauern manchmal nur Sekunden.
Und genau deshalb lieben wir Reportagen.
Die ungeplanten Gegensätze
Manchmal entstehen Bilder, die fast symbolisch wirken, obwohl sie vollkommen zufällig sind.
– Die Braut lächelt ruhig beim Fertigmachen –
während im Hintergrund auf einem Fernseher irgendeine chaotische Nachrichtensendung läuft.
– Oder ein eleganter, emotionaler Moment trifft plötzlich auf etwas völlig Alltägliches oder Skurriles oder sogar Unangenehmes
Niemand plant sowas.
Aber genau dadurch wirken diese Bilder echt.
Kleine „Fehler“, die Bilder interessant machen …und keine sind
Nicht alles muss perfekt sein.
Manchmal sind es gerade die kleinen Unordnungen oder Zufälle, die einer Aufnahme Charakter geben:
– etwas liegt völlig schief
– jemand läuft gebückt, aber gerade deshalb, ganz genau durchs Bild
– eine Bewegung passiert genau im richtigen Moment
– im Hintergrund entsteht etwas Unerwartetes
Das Leben selbst ist nicht perfekt aufgebaut.
Festgehaltene Erinnerungen zeigen deshalb genau das sein?
Die Reportage sollte perfekt sein. Das Leben ist es nicht.
Ist das Leben absolut perfekt, dann ist es inszeniert und keine Reportage.
Hierzu lies auch den Beitrag zu ungestellten Hochzeitsfotos
Dinge sehen, die fast niemand bemerkt
Ein großer Teil unserer Arbeit besteht also darin, aufmerksam zu sein.
Nicht nur auf euch – sondern auf alles, was um euch herum passiert.
Denn oft entstehen die interessantesten Bilder genau dort, wo man sie nicht erwartet: am Rand, im Hintergrund, in Reflexionen oder zwischen zwei eigentlichen Momenten.
Reportage bedeutet: offen bleiben
Für uns bedeutet Hochzeitsreportage nicht nur, schöne Bilder zu machen.
Es bedeutet auch, offen zu bleiben für das Ungeplante.
– Für Situationen, die man nicht wiederholen kann.
– Nicht nachstellen kann.
– Nicht erklären muss und kann
Weil genau darin oft die Echtheit eines Tages steckt.
Die besonderen Bilder entstehen oft zufällig
Manche Fotos wirken später fast wie inszeniert, obwohl sie vollkommen spontan entstanden sind.
Und vielleicht ist genau das das Schönste daran:
Dass diese Momente wirklich passiert sind.
– Nicht erfunden.
– Nicht aufgebaut.
– Sondern einfach entdeckt.
Die Kamera sieht manchmal Dinge, die im Moment selbst niemand bemerkt.
Und genau darin liegt die Magie einer echten Reportage.
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